Das Leben in den Philippinen

Die philippinischen Apotheken
und andere Kurzgeschichten

jeepney
Philippinischer Kleinbus "Jeepney"

Ich bin mit den philippinischen Apotheken sehr zufrieden. Es herrschen jedoch starke Kommunikationsprobleme zwischen dem Personal, das nicht sehr gut Englisch kann und meiner selbst, das dies noch schlechter kann. Jedoch sollten Wörter wie Diarrhea, Inflammation, Children und Hemorrhoids international bekannt sein. Deswegen sei aufgepasst, wenn ihr Medikamenten in den hiesigen Apotheken kauft. Ich empfehle euch zuerst immer alles auf einen Zettel zu schreiben.

1. Kurzstory: Die Kleinste hat 40° Fieber

Im 2006 hatte meine kleine Tochter, 1,5-Jahre alt, 40° Fieber. Ich schwang mich aufs Motorrad und fuhr zur Apotheke. Dort bat ich die junge, höfliche Tochter der Apothekerin um eine fiebersenkenden Tablette für meine 18 Monaten alte Tochter.

Sie gab mir eine Tablette Paracetamol von 500 mg. Entgeistert schaute ich das dumme Ding an und fragte sie:"You want killing my children?" Nun verlangte ich nach 125 mg Paracetamol. Aber die Dame gab mir nichts mehr. Zu Hause angekommen schickte ich meine philippinische Frau zur Apotheke. Diese kam dann mit einem gut dosierbaren Paracetamol-Sirup zurück. Nach einer Dosis von ca. 150 mg war meine Kleinste wieder wohlauf.



2. Kurzstory: Hämorrhoiden

Im 2008 war es soweit, dass ich eine Salbe gegen äussere Hämorrhoiden benötigte. Ich ging diesmal zu einer Filiale der grössten Kette der philippinischen Apotheken. Gut geschultes Personal mit Uni-Abschluss. Dort fragte ich mit leiser Stimme nach einer Salbe für äusseren Hämorrhoiden. Ich bekam dann eine schöne Salbe für Sportverletzungen, wo darauf stand "Nicht auf Mucose auftragen, sehr gefährlich". Diesmal flippte ich aus und fragte mit lauter Stimme: "You want me killing?". Da kam die Chefin höchstpersönlich aus dem Häuschen und nachdem ich ihr sagte was ich wünsche, gab Sie mir die richtige Salbe.

3. Kurzstory: Durchfall

Ja, der liebe Durchfall. Da ging ich im 2009 zur kleinen Apotheke, Ihr wisst schon, diejenige die an kleine Kinder 500 mg Paracetamol verabreicht. Dort bat ich um eine Tablette gegen Durchfall. Die Apothekerin selbst bediente mich und gab mir zwei Tabletten.

Zu Hause angekommen, und als erfahrener Mann, schaute ich zuerst im Internet was das für ein Medikament war. Super: Es war gegen Migräne während der Menstruation. Bravo!

Nun kroch ich höchst geplagt aufs Motorrad und fuhr eine Stadt weiter, zur grossen Apotheke. Dort erhielt ich dann auch 2 Tabletten. Zu Hause angekommen wieder dieselbe Internet-Prozedur. Genial: Das Medikament war gegen die Entzündung von Harnwegen bei AIDS! Einfach super, muss man schon sagen. Damit hat mir die Dame indirekt gesagt was sie von "Kaukasier" in den Philippinen hält.

Als geplagter Familienvater schickte ich jetzt meine bessere, philippinischen Hälfte zur Apotheke. Diese kam dann mit 2 riesengrossen, weissen Tabletten zurück, die ich noch nie gesehen habe, aber doch funktioniert haben.

4. Kurzstory: Meine Frau hat Kopfschmerzen

Heute, den 9.12.2011, bin ich zur einer Filiale der 3. grössten Kette der philippinischen Apotheken gegangen und habe nach Kopfschmerztabletten für meine Frau verlangt. "Tablets for head pain". Habe nach 2 verschiedenen gefragt und wieder zu Hause angekommen zuerst ins Internet geschaut. Fazit: Habe Tabletten für Menstruationsschmerzen und Ascorbic Acid erhalten.

5. Kurzstory: 4 Jahre = 36 Monate

Am 3.10.2012 musste ich eine Rechnung der Globe Telecom zahlen. Statt per Internet zu zahlen bin ich direkt zur hiesigen Filiale gelaufen. Es regnete seit Tagen ununterbrochen und so musste ich meinen nassen Schirm draussen, vor der Türe der Filiale, am Boden legen. Einen Schirmständer hatten sie nicht. Drinnen bekam ich dann eine Nummer, um mich in die Kundenschlange einzureihen. Aber es war gar kein anderer Kunde da. Die beiden Kassiererinnen waren in Gespräch miteinander beschäftigt und so musste ich 5 Minuten warten bis sie endlich meine Nummer auf dem Schirm aufleuchten liessen. Danach gab ich einer der Kassiererinnen die Rechnung samt Geld. Diese schrieb dann - sage und schreibe circa 5 Minuten lang - irgendwelche Sachen im Hauptcomputer der Telefongesellschaft, und erst dann wurde die Quittung ausgedruckt. Erst danach fragte ich ihr, wie lange noch mein fixer Vertrag laufen würde und wann ich es kündigen könnte. Sie schaute schnell in ihrem Computer nach und gab mir folgende Antwort:
"Ihr Vertag beginnt im April 2010 und endet nach 36 Monaten am 1. Mai 2014."
Meine Gegenfrage darauf: "Wirklich im 2014?". Die Antwort: "Ja."
Nun kehrte ich meine Quittung um und schrieb folgendes darauf:

2010
2011
2012
2013
2014

Sie schaute das an und bemerkte sehr schnell ihren Fehler und entschuldigte sich. Persönlich aber, bin ich von der hiesigen Schulbildung extrem enttäuscht.

6. Kurzstory: Der Apotheker weiss nicht was die "mucosa" ist.

Heute, den 21.01.2014, war ich in einer Apotheke in Dasmariņas. Ich bat den jungen Verkäufer mir eine Salbe gegen Pilze für die Schleimhaut zu geben. Und sagte im philippinischem Englisch "antifungal oint for mucosa". Der junge Mann zeigte mir eine Salbe die man ja nicht auf die Schleimhaut geben darf. Ich wiederholte "for mucosa". Daraufhin fragte er einem anderen was die "mucosa" ist. Der zeigte ihm dann das Innere der Lippen und endlich erhielt ich die richtige Salbe. Störend ist dabei nur die Tatsache, dass ein Apothekerverkäufer doch wissen müsste was die "mucosa" ist.



7. Kurzstory: Einen Tag im SM

Heute, den 12.04.2014, war ich im Verkaufscenter SM Pala Pala bei Damariņas. Ich habe im Restaurant Tokyo eine leichte, japanische Mahlzeit zu mir genommen. Scheinbar wissen jedoch die Japaner nicht, was sie mit europäischen Besteck machen sollten, denn ich musste sehr lange ein sauberes Besteck suchen. Das meiste, bereitgestellte Besteck, war noch mit Mahlzeitresten meiner Vorgänger bekleckert. Danach bin ich im Hardware (Eisenwarenhandlung) gegangen, um einen neuen Wasserhahn für das Bad zu kaufen. Zu dritt sind mir die Verkäufer förmlich um den Hals gesprungen und wollte mir das teurere Wasserhahn verkaufen. Ich habe mich nicht beirren lassen und das Billige gekauft. (Am nächsten Tag war es dann schon kaputt und so musste ich annehmen, dass die Verkäufer wohl wussten was im Ladengestell offeriert wurde.) Nachdem ich aus dem Eisenwarenhandlung raus war, habe ich eine sehr kleine Caffetteria besucht, die unter einer langen Rolltreppe eingerichtet worden war und einen Espresso bestellt. Die Wirtin hat mir dann eine riesengrosse Glastasse gebracht und darin schwammen ein 2 mm tiefer Kaffee. An sich war der Espresso in Ordnung. Aber aufgrund der Tassengrösse bereits kalt geworden.